Wissenswertes aus der Vergangenheit Tribsees
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Allg. Quellenhinweis:
Chroniken der Stadt Tribsees
und die Texte
St. Thomas Kirche von Steffen Bartsch
Louis Douzette von Helga Zöllner
- Die Slawenburg
- Thomas Kirche
- Heinrich Bandlow
- Karl Worm
- Malerei an der Ostsee
- Das Trebeltalmoor
Die Slavenburg bei Tribsees
Fährt man von Tribsees nach Grimmen, erblickt man vor dem Oberschlag, im Norden der Straße, einige mit Strauchwerk und Bäumen bestandenen Hügel. Sie sind die Überreste der slawischen Burganlage oder der alten Burg.
1285 in der Bestätigungsurkunde, in der der rügische Fürst Wizlaw II. der Stadt Tribsees das Stadtrecht bestätigte, wird sie als „alte Burg“ bezeichnet. Ihre frühere beherrschende Bedeutung hatte die Burg schon damals verloren. In der Zwischenzeit war eine neue Burg entstanden, die später als Schloß bezeichnet wurde. Neben ihr entstand die Stadt Tribsees.
Zwischen dem 5. und 6. Jahrhundert besiedelten die Slawen unseren Raum. In Stammverbänden vereinigt, nahmen sie das Gebiet des heutigen Mecklenburg bis zur Elbe in ihren Besitz. Flüsse bildeten die Grenze ihrer Siedlungsgebiete. Zwischen Elbe und Recknitz siedelten die Obotriten, während diesseits der Recknitz – Trebel die Lutizen das Gebiet in ihren Besitz nahmen. In vier Teilstämmen gliederten sich die Lutizen. Die Kissiner wurden an der Warnow sesshaft, die Zirzipaner zwischen Recknitz – Trebel und Peene, die Tollenser östlich und südlich der Peene und die Redarier am Tollensersee und oberen Havel. Ihre Siedlungsgebiete schützten die Slawen durch die Anlage von Burgen. Die Stämme waren nicht sonderlich befreundet miteinander und es kam sehr oft zu Fehden. Wenn es sich auch in den meisten Fällen nur um Viehraub handelte, so war aber die Sicherung des Siedlungsraumes und ihrer Menschen eine zwingende Notwendigkeit. Eine der Hauptburgen in der Slawenzeit war die Tribseeser Burg. Sie war die Hauptburg und der Eckpfeiler einer Sperrkette, die bis Loitz reichte. Urkundlich wird die Burg erstmals 1136 erwähnt. Wann die Entstehungszeit dieser Burg war, ist heute nicht mehr festzustellen. Die Tribseeser Burg war auch die Hauptburg und der Mittelpunkt einer Landschaft, der „provincia tribuses“, die von der Trebel, der Recknitz, der Peene und dem Ryk begrenzt wurde und das Festland Rügen bildete. Die Tribseeser Burg bestand nach alten Beschreibungen, u.a. der schwedischen Matrikelaufnahme aus dem Jahre 1696, aus drei konzentrischen Wällen. Der innere der drei Wälle war kreisförmig und hatte einen Durchmesser von 200 m. Er hatte eine Höhe zwischen 4 und 5 m. Der mittlere hatte einen Durchmesser von ca. 500 m und der äußere von ca. 1000 m. Die beiden äußeren Wälle waren hufeisenförmig und nach Norden offen. Hervorragend nutzten die Slawen die Vorzüge des Geländes bei der Anlage ihrer Burgen. Die Tribseeser Burg war uneinnehmbar, denn sie war von Mooren umgeben, die unbegehbar waren und im Norden verlief die Trebel, die zur damaligen Zeit kaum zu überqueren war. Nur bei starkem Frost war sie zu überschreiten und auch die Moore hatten bei diesem Wetter eine gewisse Tragfähigkeit für die Menschen und Tiere. Im Osten floss durch die beiden Außenwälle die Siemersdorfer Becke, die ebenfalls ein natürliches Hindernis bildete. Ein Steindamm führte nach Westen aus der Wallanlage heraus, zu dem Hügel, auf dem später die Stadt Tribsees gegründet wurde und an die Trebel. In den Zeiten der Gefahr, fanden die Bewohner der Umgebung in der Burg Zuflucht, es war eine so genannte Fluchtburg. Während der Fastzüge der Dänen im Jahre 1166 wurde auch das Land Tribsees verwüstet und die umliegenden Dörfer niedergebrannt. Ob die Tribseeser Burg eingenommen wurde, ist kaum anzunehmen. Heute bestehen nur noch spärliche Überreste der Wallanlage. Am Ende des vorigen Jahrhunderts wurden die Wälle von der Landwirtschaft abgetragen und der Boden auf die umliegenden Flächen aufgebracht, um sie als Wiesen oder Weideland zu nutzen. Die Reste der Anlagen stehen heute unter Denkmalschutz, sie dürfen nicht verändert werden, denn sie stellen ein Kulturdenkmal dar.
Die Gestrüpp überwachsenen Wälle gaben Stoff zur Sagenbildung. Die Sagen standen im Zusammenhang mit der Schifffahrt auf der Trebel und berichteten u.a. über den einheimischen Seeräuber Baggus Speckin.
Karl Worm
Ortschronist
Die Thomas Kirche
Die, das Stadtbild prägende. Dreischiffige frühgotische Backsteinhallekirche mit Kreuzrippengewölben und spätgotischer Sakristei mit Netzgewölben wurde etwa 1320 erbaut. Erst im Jahr 1690 wurde der quadratische Westturm errichtet. Mit dem Stadtbrand 1702 wurden fast alle Häuser und die Kirche vernichtet, nur der Mühlenaltar aus dem Jahr 1425 wurde gerettet. Hergestellt in einer Rostocker Werkstatt, ist erheute ein Musterstück mittelalterlicher Schnitz- und Malkunst. In den Jahren 1996/97 restauriert, füllt er mir seiner ganzen Pracht den Chorraum der Kirche aus. Dargestellt wird das Abendmahl durch das Motiv der Wassermühle, welches durch Bilder der Passion Christi gerahmt wird. Zum kulturhistorischen Bestand zählen weiterhin das Lübecker Kanzelstück (1577), eine barocke Kreuzigungsgruppe (1710) sowie ein Altarbild „Christus und Thomas“ (1869). Weiterhin bemerkenswerte Ausstattungsstücke sind die Buchholzorgel von 1831 und die um 1485 gegossene Glocke der Kirche
Heinrich Bandlow
Das kleine Tribsees ist Geburtsort eines der bedeutendsten Erzähler der niederdeutschen Sprache, denn am 14. April 1855 wurde Heinrich Bandlow hier geboren. Seine Vorfahren – so erzählt er uns selber – sind aus dem mecklenburgischen Friedland nach Vorpommern zugewandert. Christian Bandlow, der Vater war Tischlermeister in Tribsees, die Mutter, Wilhelmine König, stammte aus Sülze. Heinrich Bandlow war der dritte unter vier Söhnen. In der Geborgenheit des Elternhauses heranwachsend, besuchte er bis zum 17. Lebensjahr die gehobene Stadtschule seiner Heimatstadt Tribsees. So kam er, umfassend vorgebildet, 1872 auf das Franzburger Lehrerseminar. Er wurde gerne Lehrer und hat seinen ihm anvertrauten Schulkindern Wissen und Bildung vermittelt. Seine erste Lehrerstelle erhielt er 1875 in Richtenberg. Zwei Jahre später kam er als Lehrer nach Tribsees, hier konnte er drei Jahrzehnte tätig sein. In Richtenberg fand er „Lising“ die Müllerstochter, die Frau seines Lebens, mit der er 1879 den Bund fürs Leben schloss. Dieser Ehe entstammen sechs Kinder. 1908 wurde Heinrich Bandlow nach einer Spezialausbildung als Zeichenlehrer nach Greifswald versetzt. 1916 ging H. Bandlow krankheitshalber in den Ruhestand. 1926 nahm ihn der Tod die geliebte Frau. Sieben Jahre später, am 25. August 1933 ist Heinrich Bandlow im Alter von 78 Jahren in Greifswald gestorben. Was ihn zum Schreiben trieb war einfach die Zwangslage eines schlecht bezahlten Lehrers. Seine Kinderschar sollte keine Not leiden. So entstanden plattdeutsche Skizzen und größere Reiseberichte von Skandinavien. Die Stadt Tribsees ist stolz auf seine ausführliche Darstellungen der älteren Stadtgeschichte: 1135-1486; 1881. Ganz besonders müssen wir ihm danken für die Liebe zum Volk, zu den einfachen Menschen, deren Mundart er sprach und schrieb, hier verbürgen sich Lebensechtheit und künstlerische Wahrheit in Skizzen, Humoresken und Erzählungen. Er lebte und schrieb mitten unter ihnen und für sie und uns, seine Nachfahren. Sein Spott trifft jene Kleinbürgertypen die mehr sein wollen als sie in Wirklichkeit sind. Gibt es sie nicht auch noch in der Gegenwart? Es gibt nicht viele niederdeutsche Schriftsteller die ihr Platt so meisterlich handhaben wie er.
Karl Worm
geboren in Barth, Langestraße 26, am 10.08.1911. Sowohl sein Vater, als auch sein Großvater, übten das Drechslerhandwerk aus, und der Tradition getreu, lernte auch er den Beruf eines Drechslers. 1934 trat er dem Reichsarbeitsdienst bei und konnte so dem unmittelbaren Dienst an der Front entgehen. In dieser Zeit gehörte er auch zu den Jugendlichen, die während ihres Arbeitsdienstes u. a. an der Trockenlegung des Richtenberger Sees beteiligt waren. 1939 heiratete er die Kinderpflegerin Gertrude Voß. Aus dieser Ehe gingen zwei Kinder hervor, Tochter Angret und Sohn Klaus. Im Jahre 1951 beendete er ein Pädagogikstudium in Berlin und zog mit seiner Familie in die vorpommersche Kleinstadt Tribsees, wo er bis zu seiner Pension 1981 als Berufsschullehrer tätig war. Am 09. August 1996 wird während eines Festaktes im Rathaussaal Herr Karl Worm zum Ehrenbürger der Stadt Tribsees ernannt. Es ist vor allem sein Verdienst, dass die Geschichte unseres Städtchens gründlich erforscht und niedergeschrieben wurde. Die Ehrenbürgerurkunde wurde ihm überreicht vom Bürgermeister Lothar Schimmelpfennig und vom Bürgervorsteher Lothar Grugel. Karl Worm war z. B. federführend bei der Arbeit an der Festschrift zur 675- Jahrfeier und 1985 wiederum an der „Geschichte der Stadt Tribsees“ zum 700jährigen Jubiläum der Stadt. Ihm ist es auch zu verdanken, dass 1976 im Mühlentor die Heimatstube eingerichtet wurde, welche 1991 (ebenfalls unter seiner Leitung) in das Steintor verlegt worden ist. Von 1952-1989 war Herr Worm als Stadtverordneter tätig, davon allein 32 Jahre als ehrenamtlicher Stadtrat. Somit hat er jahrzehntelang die Geschichte der Stadt mit verfolgt und gelenkt. Besondere Verdienste hat sich Karl Worm als Heimatkundler, Stadtchronist und als ehrenamtlicher Museumologe erworben. Eine Vielzahl von stadtgeschichtlichen Beiträgen dokumentiert seine Heimatverbundenheit zu Land und Leuten. Am 18. März 1999 verstarb Karl Worm in Bartmannshagen.
SpÄtromantische Malerei an der Ostsee
„Ob Du zum Strande des Meeres uns führst,
wo silbernen Scheines
fern auf dem Dunkel der Flut zittern
die Lichter des Mondes,
ob Du uns läßest im Waldgrund ruhen,
wo goldenes Strahlen
gleiten durch Grün,
wir gehen gern
o Meister, mit Dir „
(Worte des Schriftstellers und lyrischen Dichters Johannes Trojan, Berlin 1888)
Carl Christoph Ludwig Douzette (von Kind an Louis genannt)
wurde am 25.09.1834 in Tribsees, Knochenhauerstraße 6
als 6. Kind des Malermeisters Wilhelm Douzette und dessen Ehefrau Marie geboren.
Am 09.10.1834 fand die Taufe in der Sankt Thomaskirche zu Tribsees statt.
Ostern 1840 wird Louis in Tribsees eingeschult, im gleichen Jahr siedelt die Familie
nach Franzburg um, 1852 nach Barth.
Singen und Zeichnen sind seine Lieblingsfächer.
Nach dem Schulabschluss wird er bei seinem Vater als Stubenmaler ausgebildet.
1856 geht Louis Douzette nach Berlin, arbeitet als Malergeselle und bildet sich an Abend-
und Sonntagsschulen weiter.
Seinen Traum, Maler zu werden, verwirklicht er, indem er Schüler des Berliner
Malers Hermann Eschke wird.
1863/64 entsteht sein erstes Bild, eine Mondscheinlandschaft.
Zahlreiche Studienreisen, z.B. nach Rügen, Schweden, Paris, an Rhein und Mosel
beflügeln seine Schaffensphase.
Seine Bilder werden auf verschiedenen Kunstausstellungen gezeigt und bewundert.
1865 heiratet er in Berlin Louise Donner, sie haben 7 Kinder, 3 Knaben sterben im Säuglingsalter. 1890 stirbt seine Ehefrau.
Ab 1895 wohnte er bis zu seinem Lebensende am 21.02. 1924 in Barth.
Die Berliner Königliche Akademie der Künste verleiht Douzette den Professorentitel.
Die Stadt Barth ernennt den Künstler zum Ehrenbürger.
Die Ehrung Douzettes in seiner Geburtsstadt Tribsees ist ein Verdienst von Herrn Karl Worm.
Das umfangreiche Schaffen des Künstlers etwa 1700 Bilder ( lt.Dr.H.du Vinage ) sind in
zahlreichen Museen und Galerien, bzw. Privatbesitz zu bewundern
Louis Douzette wird als – Mondscheinmaler – bezeichnet, ob Städtebilder im Mondschein, die See im Mondschein, Fischer im Mondschein, Windmühlen im Mondschein,
Fischerkaten im Mondschein, Schäferin im Mondschein, vielleicht sind es doch die frühen
Kindheitserinnerungen an Tribsees - das Moor, die Wiesen, die Tümpel, die Weiden im glitzernden Mondlicht – eine Brücke zum Himmel, wie es die Legende des alten Schäfers
erzählt.
Louis Douzette stammt nicht nur aus Vorpommern, sondern Vorpommern ist auch eine wesentliche Quelle seines künstlerischern Schaffens.
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Die Entstehung des Trebeltalmoores
Während der letzten Eiszeit, der Weichselkaltzeit vor etwa 10.000 Jahren, waren die Ostsee und der Großteil von Mecklenburg-Vorpommern von meterhohen Gletschern bedeckt. Beim Rückzug und Schmelzen des Eises bildeten sich Schmelzwasserströme, die das vom Eis befreite Land durchzogen. Mächtige Schmelzwasserrinnen entstanden, die wesentlich die Lage der heutigen Flusstäler vorprägten. Auf dieser Weise ist nicht nur das Trebeltal entstanden, sondern beispielsweise auch die Täler der Recknitz und der Peene. Nachdem das Schmelzwasser aus den Tälern abgeflossen war, blieben hier flache Seen stehen. Diese Flachseen verlandeten im Laufe der Zeit. Die unterste Schicht des Flußtalmoores entstand, ein so genanntes Verlandungsmoor. Am oberen Rand der Täler trat flaches Grundwasser aus dem Boden und überrieselte die Hänge. Es durchströmte auch das Verlandungsmoor am Grund des Tales und versorgte es weiterhin mit Wasser. Das überschüssige Wasser sammelte sich in der Mitte des Tals und floss als Fluss ab. In unserem Bereich waren es die Recknitz und die Trebel. Nur gut an die nassen Bedingungen angepasste Pflanzen konnten im Tal gedeihen. Vorwiegend waren es Moose und Seggen. Kurzhalmige Seggenrieder prägten das Bild. Dazwischen wuchsen Blütenpflanzen, unter anderen auch Orchideen wie das Steifblättrige Knabenkraut oder die Sumpfwurz. Die Reste abgestorbener Pflanzen wurden wegen des fehlenden Sauerstoffs nicht vollständig zersetzt. Sie blieben liegen und bildeten Torf. Über dem Verlandungsmoor wuchs eine zweite Moorschicht. Man spricht hier von einem Durchströmungsmoor, da Grundwasser oberflächennah den Moorköper durchströmt. Über die Jahrtausende entstand eine mächtige Torfdecke. Der an die Trebel angrenzende Bereich wurde bei Hochwasser von nährstoffreichem Flusswasser überflutet. In diesem so genanten Überflutungsmoor wuchsen Großseggen und auch das Schilf nahm bedeutende Flächen ein. Tribseeser Anzeiger, 1997 Bekanntmachung. Zum Vorhaben „Flußtalmoorrenaturierung Mittlere Trebel“ Polder Landsdorf/ Wiesen am Grenztalmoor. Das Land Mecklenburg- Vorpommern, vertreten durch das staatliche Amt für Umwelt und Natur Stralsund, beabsichtigt, im Bereich des Polder Landsdorf und der Wiesen am Grenztalmoor, einschließlich des Grenztalmoores, das Binnenentwässerungssystem neu zu ordnen sowie das bestehende Schöpfwerk Landsdorf rückzubauen. Das Vorhaben dient der ökologischen Aufwertung des Trebeltalmoores einschließlich des Grenztalmoores sowie der Verbesserung der Gewässergüte des Wasserhaushaltes.







